Mädchenriegetag Huttwil

Das Regenwetter tat der Stimmung keinen Abbruch. 1200 Knaben und Mädchen erlebten am ersten Juni-Wochenende in Huttwil bei Sport, Spiel und ganz viel Spass erlebnis- und vor allem abwechslungsreiche Jugitage.

Der Mensch kann mittlerweile praktisch alles steuern oder beeinflussen – nicht das Wetter. Dies mussten auch die Mitmachenden, die Besucher sowie der organisierende Turnverein Huttwil an den Jugitagen Oberaargau am Samstag und Sonntag erfahren. «Schlimm war dies nicht. Wir mussten wetterbedingt an beiden Tagen einzig auf die Stafetten verzichten», zog OK-Präsidentin Franziska Schenk Bilanz. Es gab einige Events am Wochenende, die wegen Unwetter unterbrochen oder sogar abgesagt werden mussten. Die Jugitage in Huttwil nicht. «Der Regen und Dreck hinderten die Jugeler nicht daran, Spass zu haben. Ausserdem lief die Festwirtschaft bei diesem Wetter erfreulich gut», sagte Schenk. Trotz teilweise sintflutartiger Regenfälle – wie während dem Seilziehen der Knaben am Samstag – und dadurch ziemlich glitschigen Rasenplätzen und Anlagen ist nichts Gravierendes passiert. «Ein Armbruch war an den Tagen die schlimmste Verletzung. Alle anderen Zwischenfälle verliefen glimpflich», orientierte Katrin Flückiger vom Sanitätsteam. «Es war ein schöner Anlass. Merci vieumou Huttu», lobte Simone Brechbühl vom Turnverband Bern Oberaargau-Emmental an der sonntäglichen Rangverkündigung die Arbeit des Blumenstädter Grossvereins.

Der Hindernislauf als Highlight
Kein Regenguss der Welt hätte die Lebensfreude der Jugikinder an ihrem Jahrestreffen trüben können. Die Jungs und Mädchen genossen es sichtlich, so richtig schön dreckig und nass zu werden. Sonst wäre der Freizeitwettkampf «Jugi-Survival-Run» im Wald oberhalb der Rundbahn nicht zum grossen Hit geworden. Das Hindernisrennen auf einer Schnitzelrundbahn mit Klettern und Robben zog alle in den Bann. «Elfmal habe ich ihn absolviert», meinte ein Gondiswiler Jugi-Mädchen verschmitzt.

Huttwiler bester Dreikämpfer
Das Jugitag-Standardprogramm erfuhr in Huttwil Neuerungen. Einzug hielten für beide Geschlechter die  Spieldisziplinen Turmball, Tchoukball und Unihockey. «Das Tchoukball fägt. Es ist gerade so gut wie das vorgängige Völkerball», meinte die bald 15-jährige Wyssacherin Andrea Iseli. «Mir gefällt am Jugitag der Teamsport am besten. Das Volleyball zuvor war gut. Aber das neue Tchoukball gefällt mir auch sehr gut», sagte die 16-jährige Nora Zulliger von der Jugi Madiswil, die von allen 670 Jugi-Mädchen das höchste Dreikampf-Total erzielte und die Kategorie der ältesten Jugi-Mädchen überlegen gewann. «Ich war schon Zweite. Umsomehr freut es mich nun, ganz zuoberst zu stehen.» Der erfolgreichste Leichtathlet stammte – sehr zur Freude des Jugitagorganisators – vom Heimverein TV Huttwil. «Für mich bedeutet dies ein wunderbarer Abschluss meiner Jugizeit. Es war ein motivierender Heimvorteil», meinte Micha Rutschmann. Das grosse Leichtathletik-Talent rannte 80 m in 9,68 Sekunden, sprang 1,80 m hoch (eine Woche zuvor schaffte er 1,90 m) und stiess die Kugel auf 10,63 m. Damit war er von allen 529 Knaben der beste Dreikämpfer. Bei den Mädchen sorgte die 10-jährige Carol Schenk für den einzigen Leichtathletik-Podestplatz der Jugi Huttwil. «So richtig Freude habe ich aber an den Teamerfolgen», meinte die Tochter der OK-Präsidentin. Tatsächlich räumte Carol Schenk ab. Neben dem 2. Rang im Dreikampf gewann sie im Seilziehen und wurde Zweite im Turmball.

24 Podestplätze ins «UE»-Gebiet
Die Jugendriegen aus dem «UE»-Gebiet sammelten im Leichtathletik-Dreikampf am Samstag und Sonntag insgesamt 24 Podestplätze. Am erfolgreichsten war die Jugi Madiswil mit sechs Podestplätzen. Einen Kategoriensieg durfte neben Huttwil und Madiswil auch Ursenbach feiern. Bei den 11-jährigen Mädchen gewann Seline Siegenthaler.
Die Spiele und das Seilziehen bildeten wie gewohnt den zweiten Teil der beiden Jugitage. Siege bejubelten bei den Mädchen Huttwil (Seilziehen), Gondiswil (Unihockey) und Wyssachen (Tchoukball). Bei den Jungs glänzte Melchnau mit Siegen im Turmball und im Tchoukball. Der Teamwettbewerb Vierkampf für Kids ging bei den Knaben und Mädchen an die Jugi aus Roggwil. Neben all den Siegern und Podestklassierten stand an den zwei Jugitagen in Huttwil aber die Freude am gemeinsamen Vielseitigkeitssport im Zentrum. Und diese konnte auch von dunklen Wolken am Himmel nicht vertrieben werden.

von Stefan Leuenberger, Unter-Emmentaler

Medaillen und Diplome Mädchenriege Attiswil:
Weiblich 8-jährig (93 Klassierte): 2. Louise Hofer
Weiblich 10-jährig (114 Klassierte): 1. Rahel Moser, 9. Anina Lüthi, 31. Lili Zumstein, 33. Nina Saner, 35. Janina Ryf
Weiblich 11-jährig (89 Klassierte): 14. Sophie Hofer, 20. Anja Müller
Weiblich 12-jährig (72 Klassierte): 15. Anja Saner
Weiblich 14-jährig (54 Klassierte): 11. Nina Morgan
Weiblich 15-jährig (31 Klassierte): 9. Tanja Siegenthaler, 10. Laura Steiner, 11. Joana Costa
Weiblich 16-/17-jährig (27 Klassierte): 5. Nathalie Kurth

Rangliste Turmball:
1. Attiswil, 2. Huttwil, 3. Gondiswil II